Berliner Seminar 2020/2021: Verunsicherung des Rechts

Recht war schon immer im Wandel; krisenbedingte Veränderungen sind neben längeren Phasen der Stabilität Konstanten der Rechtsgeschichte. Die Berliner Seminare „Recht im Kontext“ beschäftigen sich im akademischen Jahr 2020/2021 mit der Frage nach den Auswirkungen krisenhafter Entwicklungen wie der Covid-19-Pandemie oder langfristiger Entwicklungen wie Umweltzerstörung und dem Klimawandel. Diese entziehen dem Recht gleichsam die „Geschäftsgrundlage“. Es lässt sich eine neue Verunsicherung des Rechts feststellen: es muss mit schwer zu kontrollierenden Risiken und fehlendem Wissen umgehen, gleichzeitig mit dem Wegbrechen gesellschaftlichen Konsenses und globalisierungsbedingten Steuerungsverlusten. Wie reagieren Politik, Rechtswissenschaft und Rechtspraxis auf diese neuen Unsicherheiten? Welche Gefahren, aber auch welche Chancen ergeben sich aus dem Veränderungsdruck? Die Vorträge in der Seminarreihe untersuchen diese Fragen aus multidisziplinärer, international vergleichender und historischer Perspektive. 

Vortragsübersicht

Anika Klafki (Jena)Kontingenz des Rechts in der Krise - Rechtsempirische Analyse gerichtlicher Argumentationsmuster in der Corona-Pandemie

09.11.2020
Online

David von Mayenburg (Frankfurt a. M.)Der Schwarze Tod als Motor des Rechts? Beobachtungen zum kirchlichen Recht der Vormoderne

14.12.2020
Online

Anne Jacquemet-Gauché (Clermont-Ferrand)Recht und Politik in der Covid19-Krise: woran krankt die französische Demokratie?

11.01.2021
Online

Tatjana Hörnle (Freiburg)Triage in Pandemiesituationen

08.02.2021
 

Eva-Maria Kieninger (Würzburg)Das IPR der Klimahaftung

08.03.2021
 

Rudolf Stichweh (Bonn)Die Rolle des Rechts in Prozessen soziokultureller Polarisierung

19.04.2021
 

Nicola Lupo (Rom)Silent constitutional transformations on executive-legislative relations during the pandemic? The case of Italy

10.05.2021

Barbara Dauner-Lieb (Köln)Ungewissheit und die Konsequenzen für Recht und Vertragsgestaltung

07.06.2021